In der Ruhe liegt die Kraft

Hektische Momente begleiten einem immer wieder durch die Tage und Wochen. Durch Gespräche mit teilweise gestressten Freunden schwirrt mir dieses Thema in meinem persönlichen Schaltzentrum herum.

Momente in denen das Gehirn auf Notfallprogramm umschaltet und alles Unwichtige ausblendet. Uhrzeit, Datum, Umgebung … nach der Stresssituation hat man keine Ahnung um welche Uhrzeit was geschah, welche Personen passierten und ob man etwas gegessen hat oder nicht. Leider übersieht man in solchen Momenten auch unabsichtlich nette Gesten von Personen, wunderbare Sekunden von Schönheiten der Natur oder Chancen auf ein Lächeln im Gesicht. Kommen solche Stresssituationen gelegentlich vor, sollte es kein Problem für einen selbst sein – es schult für den Zeitpunkt deine Sinne aufs Schärfste und reift an jeder Sekunde um damit fertig zu werden. Doch dehnt sich es sich aus – auf einen Dauerzustand, laufen die Wochen wie in einem Schnellzug vorbei und man vergisst, wie es ist, mal nur dazusitzen, aus dem Fenster zu schauen und inne zu halten.

Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.
Rabindranath Thakur

Man verliert den Blick für das Kleine und Verborgene. Den Blick für Dinge, welche ein Lächeln zaubern. Man hat nicht mehr die Zeit, um mit dem Herzen gut zu sehen, wie im Buch „Der kleine Prinz“ beschrieben wird.
Viele Laufen Tag ein Tag aus zwischen Schlafplatz und Arbeit hin und her, jedoch wissen die Wenigsten, was sie am Weg zur Arbeit alles sehen. Geht man an Parkbänken vorbei? – an einer Graffiti-Wand, was zeigt sie? Hast du den blühenden Baum am Eingang zur Firma gesehen, er duftet heute so gut – – welcher Baum?

Warum irrst du o Herz umsonst umher? So ruhe doch irgendwo aus!
Wie alles sich von selbst gestaltet, so wird es, nicht anders.
Des Vergangenen sollst du nicht gedenken und
auch über das Zukünftige dir keine Gedanken machen: Genieße hier die Freuden, die unerwartet kommen und gehen.
Bhartrihari (6./7. Jh. n. Chr.)

Manche machen sich einen innerlichen Stress – was passiert wohl – was soll geschehen und was, wenn nicht?
Um diese, selbstverständlich berechtigten Fragen für einen Augenblick zu entfliehen, ist meiner Meinung nach ein Garten oder eine Kamera ein wunderbares Hilfsmittel. Bei Gartenarbeit fokussiert man sich auf die Pflanze, auf die Erde und dessen Beschaffenheit, auf die Bedürfnisse des Krautes und welche Wunder es wohl bewirken kann. Beim spazieren mit der Kamera ändert man seinen Blick auf vieles – sie werden genauer und beachten plötzlich andere Dinge, auch winzige Sachen – so tanzt plötzlich ein klitzekleiner Käfer, schimmernd und graziös auf einem Gänseblümchen vor der Linse. Man beobachtet und erwischt traumhafte Schüsse.

Man nehme sich mal gerne die Zeit um die Gedanken schweifen zu lassen – abzuschalten, wie man so schön sagt. Jeder redet über solche Tipps, wie dies gelingen kann – viele können dir auch welche aufzählen, jedoch wenige setzten sie auch um und können aus ihrem Schnellzug nicht mehr aussteigen.

Mögest du Ruhe finden, wenn der Tag sich neigt und deine Gedanken noch einmal die Orte aufsuchen, an denen du heute Gutes erfahren hast. Auf daß die Erinnerung dich wärmt und gute Träume deinen Schlaf begleiten.
Altirischer Segenswunsch

Liebe Grüße von eurer Jungbäuerin

Ein Kommentar

  1. wohl war wohl war , liebe Grüsse suzi

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