„Jungbäuerin allein zu Haus“

Andre beginnen mit „Malen nach Zahlen“ 🙂  und wir, die sogenannten Systemerhalter (Landwirtschaft), wissen nicht mit was wir zuerst beginnen sollten, um mit der Arbeit fertig zu werden vor der Almsaison mit den Tieren. Zusätzlich haben wir gerade unseren Geburten-Frühling und bekommen alle paar Tage Kälber und ungewöhnlich oft Drillinge bei den Blobe Ziegen. Dies bedeutet Nachtschichten, Geburtshilfe und Flaschenaufzucht inklusive. Nicht zu vergessen sind unsere lebendigen Pinscher-Welpen, die unseren Hof auf Trab halten.
Darum verzeiht meine mangelnde Anwesenheit hier am Blog – na los.. Asche auf mein Haupt.

Meine Güte, viele klagen, dass sie wegen dem Corona-Virus nur zu Hause sind und die ganze Familie um sich haben den ganzen Tag. Ich habe das Glück (!), nahezu ständig in diesem Genuss sein zu können.
Früher beschwerten sich doch so viele, zu wenig Zeit daheim sein zu können bei der Familie und nun? Doch nicht so das Gelbe vom Ei?

Aber lassen wir das Thema sein, es spricht und schreibt ja jeder derzeit über die perfekte und unperfekte Corona-Zeit zu Hause. Drum erzähle ich euch nun genau vom Gegenteil –

von der „Sissy allein zu Haus“ Zeit.
Ich erzählte doch von der Abwesenheit meiner Eltern. Die beiden waren wieder über 2 Wochen in Schweden. Ihrem Lieblingsort 🙂 und neuem Teilzeitzuhause.
In dieser Zeit trug ich alleine die Verantwortung für den Hof. Ich freute mich sehr auf diese Zeit, da es eine Herausforderung war….aber eine sehr schöne. Kaum war ich allein, lief gute Musik und ich personalisierte das Haus und den Stall auf mich. Jeder hat so seinen eigenen Stil, wie man einen Haushalt und den Stall führt. Ich kochte die coolsten Spezialitäten und testete meine neue Küchenmaschine aus. Das Haus roch wie eine große Backstube.
Da ja alle Aufgaben von meinen Eltern nun auf mich fielen, führte ich Listen, um nichts zu vergessen. Beginnend mit Terminen und speziellen Hundefütterungszeiten, bis hin zu Blumen gießen und den Müllwagen nicht verpassen. Der Kopf ist randvoll mit Aufgaben, jedoch nicht überfordert. Hochmotiviert flogen die Tage an mir vorbei und plötzlich wurde ich bei einer köstlichen selbstgemachten Archebäuerin-Pizza aufmerksam gemacht, dass ich wie eine richtige Bäuerin wirke. Stall, Haus und Backen bis zum umfallen. 🙂 Ich freute mich sehr, denn es war ein großes Kompliment für mich.

Ist die ganze Familie zu Hause am Hof, hat jeder seine Aufgaben und manchmal macht man das zusätzlich und dann machts doch mal der andere. Dann werden Aufgaben hin und her geschoben und im schlimmsten Fall dann vergessen.
Wie ich ganz alleine war wusste ich, dass nur ich diese Sachen erledige und kein anderer und somit ging auch nichts unter. Alles hatte seine Struktur und ich freute mich am Abend alles geschafft zu haben.

Versteht mich jetzt aber bitte nicht falsch. Ich meine nicht, dass ich es bevorzugen würde allein den Hof zu führen. Für eine bestimmte Zeit ist das kein Problem. Doch irgendwann kommen auch Arbeiten wieder auf den Plan, wo alle Hände der Familie gefragt sind, da unser Betrieb im Vollerwerb geführt wird und somit auch Arbeitsplätze für mehrere Personen hat … und diese auch benötigt.

Allein bekommt man gut ins Gefühl, wie der Tag perfekt eingeteilt wird, alle Tiere gekuschelt, das eigene Essen nicht vergisst und Abends noch etwas Leckeres für den liebsten Besuch zaubern kann. Das Allerwichtigste ist, Zeit für UNPLANBARES einzurechnen, denn die braucht man mindestens jeden 2. Tag, um Nachbarrinder wieder nach Hause zu bringen nach ihrer Spritztour oder für eine Savia, die Welpen bekommt. Spontanität ist das oberste Gebot.

Am Ende dieser Zeit freute ich mich selbstverständlich auf meine Eltern und alles nahm wieder seinen gewohnten Ablauf an und ich setzte meine Arbeiten im Holz mit Thomaspapa fort…doch dies ist eine andere Geschichte. 🙂

Und schließlich ist man wieder an einer Herausforderung gewachsen und ein kleines bisschen mehr bereit für die Zukunft…

Wart ihr schonmal länger als 1 Woche allein zu Haus?

Liebe Grüße , eure Sissy

Ein Kommentar

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