Ned so husig – ruhig Brauner

Der größte Feind der Qualität ist die Eile. (Henry Ford)

Die Tage fliegen dahin wie ein aufgeschreckter Vogelschwarm und man bemerkt, dass man längst schon wieder im Kalender umblättern muss.
Schande, Schande – und ich erzähle zu wenig von dieser Zeit und all den Erlebnissen.

Ein großes Projekt hat nun endlich Fahrt aufgenommen und leider darf ich noch nicht davon berichten. Nur in den kühnsten Träumen und hinter vorgehaltener Hand hatte ich mir eine solche Sache vorgestellt. Türen und Tore haben sich geöffnet und ich bin direkt dezent überfordert einfach hindurch zu gehen.
Aber wie man sieht – alles kommt so, wie es kommen soll. (Ich weiß, ich bin gemein, weil ich es nicht verrate…)

Eigentlich sollten wir ja schon so ziemlich in der Alm sein, jedoch hat sich das wegen den enormen Schneemassen verschoben. Die letzten Tage war er auch schon zum Großteil weg und die Schäden kamen zum Vorschein. Gerümpel, Bäume usw, über die gesamte Alm flächig verstreut durch Lawinen – sämtliche Zäune für die Tiere sind zerstört – unterm Strich: jahrelange Pflege der Almfutterflächen sind zunichte und wochenlanges Aufräumen steht uns nun bevor. Wir suchen bereits ein Team mit Helfern – denn anders sehen wir kein Licht am Ende des Tunnels.

Innerlich steigt der Stress, denn die Zeit drängt – längst sollten die Tiere schon hoch, aber die Schäden und der Schnee lassen die Handbremse nicht los.
Noch dazu, hat es gestern wieder 25cm Schnee über die Alm gelegt und dem Almbetrieb im landwirtschaftlichen und gastronomischen Sinne wird erneut der Schwung genommen.

Da keiner gegen die Natur ankämpfen kann und soll ist nun folgendes gefragt: GEDULDIG SEIN und DURCHATMEN! Man muss es nehmen wie es kommt und das Beste daraus machen!

So nutzen wir die Zeit im Tal und verarbeiten das gesamte Holz, was uns der strenge Winter und die Stürme schon mal für uns in die Waagrechte Position im Wald gelegt haben zu Brennholz. Dezente Holzberge türmen sich vorm Haus und warten darauf von uns gespalten und aufgeschlichtet zu werden.
Dies ist eine sehr monotone und gleichmäßige Arbeit. Es geht nur so schnell, wie der Spalter den Keil bewegt – da kann man hetzten was man will.

Geduldig sein muss geübt werden. Es wird heutzutage sehr schnell verlernt….ist aber lebensnotwendig für Psyche, Körper und Seele. Mit innerlicher Ruhe, kann auch doppelt so viel vorwärts gebracht werden – man glaubt es kaum – es wird bewusster und aufmerksamer einer Tätigkeit nachgegangen 🙂

In den letzten Wochen habe ich nun bei sämtlichen Lebensstufen des Waldes mitgewirkt. Vom Pflanzen übers Durchforsten bis hin zum Schlägern und Aufarbeiten zum Brennholz. Unvorstellbar, wie oft dies alles durch die Hände wandert, bis es ggf. im Ofen landet.

Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern. (Konfuzius)

Oh, wie ich Zitate liebe 🙂

Ich wünsche euch viel Geduld bei all euren Arbeiten und Vorhaben.
So komisch wie es klingt, aber nehmt die Momente und Tätigkeiten bewusst wahr und nutzt monotone und nicht so spannende Arbeiten zum Grübeln, Nachdenken und Planen von neuen Projekten – so wie ich. Teilweise bin ich direkt über solche Tage froh, um wieder in Ruhe Grübeln zu können – hat man diesen Teil schon beim Bettgehen erledigt und kann entspannter Schlafen und Träumen.

Eure Jungbäuerin.

 

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